Der Bau des Hauptbahnhof Wien schreitet voran - ÖBB
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Der Bau des Hauptbahnhof Wien schreitet voran

2010 fiel der Startschuss für den neuen Hauptbahnhof. Der ehemalige Südbahnhof wurde abgerissen und nach und nach entsteht der neue Hauptbahnhof. Bereits ab Dezember 2015 wird der Wiener Hauptbahnhof seine Drehscheibenfunktion für Züge aus allen Richtungen erfüllen.

Wir waren letzte Woche für euch vor Ort und möchten euch anhand von unseren Fotos den Baufortschritt zeigen.

Neben der Besichtigung der Baustelle, bzw. dem Baufortschritt durften wir dabei sein, als der erste Stahlträger für die Bahnhofshalle eingehoben wurde.

Der Stahlträger wiegt rund 50 Tonnen. Klar, dass dann auch der Kran einiges auf die Waage bringt – und zwar 400 Tonnen (der „Arm“ des Krans ist 75m lang).  Er hebt die insgesamt 9 Träger nach und nach auf das Dach, das dann insgesamt über 4.000 Tonnen wiegen und voraussichtlich im Frühling 2014 das gesamte Stahldach tragen wird. Ein weiteres Highlight der neuen Bahnhofshalle wird die 44m2 große Anzeigetafel sein, die man aber noch nicht sehen kann.

In der Bahnhofshalle werden insgesamt 1.400 Tonnen Stahl – im Detail etwa 2.500 einzelne Stahlprofile und 5.000 Knotenbleche – verarbeitet. Die Verkehrsstation wird im Dezember 2014 für euch öffnen.

Nach Fertigstellung werden die meisten Reisenden den Hauptbahnhof über die Haupteingangshalle am Südtiroler Platz betreten. Mit einer Raumhöhe von 11 Metern und einer Grundfläche von 4.200 Quadratmetern ist ausreichend Platz für alles, was das moderne Bahnfahren ausmacht. Wir planen auch den berühmten und beliebten Markuslöwen des alten Südbahnhofs in der Haupteingangshalle wieder aufzustellen und sind dazu mit dem Bundesdenkmalamt in engem Kontakt.

Der gesamte Bahnhof wird ein mehrere hundert Quadratmeter großes Reisezentrum, 14 Personenkassen, 22 Fahrkartenautomaten, 3 Infoschalter, 2 Infopoints, eine öffentliche WC Anlage, Schließfächer, einen Lost & Found Bereich, Büros für das Einkaufscentermanagement und eine Lounge mit mietbaren Besprechungsräumen beinhalten. Im gesamten Einkaufszentrum stehen auf mehreren Ebenen etwa 20.000 m² Verkaufsflächen zur Verfügung. 115 Geschäfte und zahlreiche Gastronomiebetriebe werden nächstes Jahr dort einziehen und eröffnen.

Bis Jahresende wird die Stahlunterkonstruktion der letzten Raute des Rautendaches fertig montiert sein. Die auffällige Visitenkarte des Wiener Hauptbahnhofs kann nur noch bis 31. Dezember 2014 vom Aussichtsturm des bahnorama von oben besichtigt werden.

In schwindelerregender Höhe von 24 Metern über Schienenoberkante haben Monteure die künftige Umgehungsleitung für die Bahnstromversorgung errichtet. Insgesamt führen nun vier Leitungen mit je zwei Seilen über das mittlere der fünf Bahnsteigdächer. Die beiden 21,84 Millimeter starken Seile werden jeweils mit so genannten Feldabstandhaltern in Form von 35 Zentimeter langen Klemmen auf Abstand voneinander gehalten. Nachdem klassische Arbeitsbühnen „nur“ 18 Meter Höhe erreichen, war eine besondere Lösung gefragt: ein Seil-Fahrrad. Damit bewegten sich die Monteure über die gesamte Distanz von rund 650 Metern Seillänge hinweg und brachten rund 180 Stück Abstandhalter an. Die Stahlbaukonstruktion des Bahnhofsdaches ist wirklich sehr beindruckend! Mit den Leitungsmasten über dem Dach wird dem ganzen Bahnhof optisch die Krone aufgesetzt.

Eine Umgehungsleitung wird gebraucht, damit bei Wartungs- und Reparaturarbeiten Bahnhofsteile vom Strom freigeschaltet werden können und nachfolgende Bereiche weiterhin mit Strom versorgt sind. Zwei gewaltige bis zu 24 Meter hohe Oberleitungsmasten im Osten und Süden des Bahnhofs spannen dazu die Umgehungsleitung ab. Das heißt, die Seile enden hier mechanisch und die Leitung wird von dort mit einem neuen Seilabschnitt fortgeführt. Das Besondere am Wiener Hauptbahnhof: Aufgrund der hohen Zugkräfte und der Anzahl der Seile müssen die beiden Masten statt der üblichen 2000 Dekanewton Seilzug rund 7000 aushalten: Das ist österreichweit einzigartig. Die Tragmasten über dem Dach müssen dagegen nur das Seilgewicht und dem Winddruck standhalten. Da liegen wir im Bereich einiger Hundert Dekanewton.

Ihr könnt euch noch nicht so recht vorstellen wie der Bahnhof aussehen wird, wenn er fertig ist? Dann schaut euch doch unsere Visualisierungen an:

http://hauptbahnhof-wien.at/de/Service/Bildergalerien/Visualisierungen_Verkehrsstation/index.jsp

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