Der Ausbau der Pottendorfer Linie schreitet voran - ÖBB
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Bauen & Investieren

Der Ausbau der Pottendorfer Linie schreitet voran

Tausende PendlerInnen aus Niederösterreich kommen künftig noch bequemer nach Wien. Die Pottendorfer Linie wird zur Hochleistungsstrecke und erhält moderne Bahnhöfe.

Der zweigleisige Ausbau der Pottendorfer Linie im Abschnitt Hennersdorf – Münchendorf ist abgeschlossen. Damit setzen wir einen weiteren Meilenstein im Südstreckenausbau zwischen Wien und Wr. Neustadt. Wir können uns somit über den Entfall aller Eisenbahnkreuzungen im fertiggestellten Abschnitt freuen! Über- und Unterführung sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Für die nächste Ausbauetappe der Pottendorfer Linie, den Abschnitt Ebreichsdorf, laufen die Vorarbeiten seit August 2019. Die Hauptarbeiten starten im Frühjahr 2020. Für die letzten Ausbaumaßnahmen im Wiener Bereich starten die Arbeiten Ende 2021. Im Jahr 2023, mit Ende der Bauarbeiten, wird die viergleisige Südstrecke zwischen Wien und Wr. Neustadt Realität. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 680 Millionen Euro.

Mehr Kapazität auf die Schiene

Seit 2016 liefen die Hauptarbeiten im Abschnitt Hennersdorf – Münchendorf. Zum bestehenden Gleis wurde ein zweites hinzugelegt. Das bringt mehr Kapazität auf die Schiene. Es können mehr Züge in dichteren Intervallen geführt werden und Überholen sowie Begegnen ist jetzt auch in den zweigleisigen Abschnitten außerhalb der Bahnhöfe möglich. Bisher konnten Züge nur in den Bahnhöfen kreuzen, wo sich mehrere Gleise befinden. Die Trasse wurde so optimiert, dass teilweise Höchstgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h möglich sind. Dies ist vor allem für Fernverkehrszüge wie den Railjet relevant.

Mehr Sicherheit für Straße & Schiene

Alle Eisenbahnkreuzungen auf der Strecke zwischen der Wiener Stadtgrenze und Münchendorf wurden durch Ersatz mittels Unter- oder Überführungen aufgelassen. Das bedeutet kein Warten an geschlossenen Schranken mehr und dadurch ein rascheres und sichereres Vorankommen für alle VerkehrsteilnehmerInnen – sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene.

Entlastung für Straße & Umwelt

Mit der Inbetriebnahme dieses ersten Ausbauabschnitts der Pottendorfer Linie ist ein erster Schritt in Richtung Viergleisigkeit zwischen Wien und Wr. Neustadt getan. Ähnlich wie beim Ausbau der Weststrecke zwischen Wien und St. Pölten ist auf der Südstrecke durch eine viergleisige Verbindung zwischen der Bundeshauptstadt und dem bevölkerungsreichen Südosten Niederösterreichs eine massive Steigerung der Fahrgastzahlen zu erwarten. Um der Nachfrage nachzukommen und im Sinne des Klimaschutzes für umweltfreundliche Mobilität zwischen den großen Ballungsräumen zu sorgen, sind Projekte wie der Ausbau der Pottendorfer Linie essentiell. So entlastet dieses Ausbauvorhaben beispielsweise die Autobahnen A2 und A3 zwischen Wr. Neustadt bzw. Eisenstadt und Wien und schont dadurch gleichzeitig die Umwelt. Der Umstieg auf die Bahn wird durch kürzere Fahrzeiten attraktiviert.

Fahrgastnutzen steht im Vordergrund

Der Ausbau geht weiter und konzentriert sich auf die Verkehrsströme aus dem Süden zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt. Aus dieser Richtung kommen derzeit rund 40 Prozent aller Menschen, die aus dem Umland nach Wien pendeln. Und das Potenzial steigt zunehmend: Von allen Pendlerinnen und Pendlern, die täglich aus dem Süden nach Wien einfahren, nutzen nur 20 Prozent die Öffentlichen Verkehrsmittel. Daher schaffen die ÖBB im Süden von Wien mit dem Ausbau der Pottendorfer Linie mehr Kapazitäten für die Zukunft. Der Erfolg zeigt sich auf der Weststrecke, wo durch die Viergleisigkeit bereits 40 Prozent der Pendlerinnen und Pendler mit dem Zug zwischen St. Pölten und Wien unterwegs sind.

Neue Bahnhöfe als regionale Verkehrsdrehscheiben

Komfortable, moderne und helle Bahnhöfe entstanden in Hennersdorf, Achau und Münchendorf, der Bahnhof in Ebreichsdorf folgt und wird in neuer Lage errichtet. Sie dienen als Mobilitätsplattformen mit Bushaltestellen, großzügigen, teilweise überdachten Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen und E-Ladestationen. Alle Bahnhöfe bieten mit witterungsgeschützten Bahnsteigen, transparenten Wartekojen, modernen Informationssystemen, Lautsprechern und Monitoren eine neue Aufenthaltsqualität und sind barrierefrei gestaltet. Sie verfügen über Lifte, und die Bahnsteighöhe ermöglicht ein stufenloses Ein- und Aussteigen in/von moderne(n) Nahverkehrszüge(n).

Eine Baustelle zieht um

Die Vorarbeiten für den zweigleisigen Ausbau im Abschnitt Ebreichsdorf wurden im August mit der Errichtung der Überführung der L156 auf Höhe Trumau gestartet. Im Oktober hat der Bau der Überführung der B16 beim Bahnhof Wampersdorf begonnen. Die Hauptarbeiten – in erster Linie für die Errichtung des neuen Bahnhofs Ebreichsdorf – laufen dann ab März 2020. Während im Abschnitt Hennersdorf – Münchendorf neben dem bestehenden Gleis ein neues, zweites hinzugelegt wurde, wird im Abschnitt Ebreichsdorf ein Teil der Strecke komplett in neuer Lage errichtet. Der neue Bahnhof Ebreichsdorf wird zwischen Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf situiert sein, der bestehende Bahnhof wird aufgelassen. Im Sommer 2020 werden der offizielle Spatenstich und die Eröffnung der Infobox, eines neuen Informationszentrums direkt vor Ort am künftigen Bahnhof Ebreichsdorf, stattfinden. Im Herbst 2020 werden die beiden Überführungen fertiggestellt und somit wieder zwei weitere Eisenbahnkreuzungen entlang der Strecke ersetzt.

Die Südstrecke: Vom Reisen und Befördern der Zukunft

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Über 5.000 Menschen arbeiten daran. Nach der Fertigstellung reisen Fahrgäste umweltfreundlich und sicher mit der Bahn in weniger als zwei Stunden von Wien nach Graz, in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 Kilometer neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.
infrastruktur.oebb.at/suedstrecke

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