Der letzte Schrankenwärter zwischen Wien und Bregenz sagt Servus - ÖBB
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Der letzte Schrankenwärter zwischen Wien und Bregenz sagt Servus

Digitalisierung und Automatisierung helfen bei der Bewältigung der steigenden Anforderungen an den Bahnbetrieb. Nun ist auch der letzte händisch betriebene Bahnschranken in Imsterberg durch eine automatische Anlage ersetzt worden.

Seit Mitte 2018 haben die ÖBB an der Modernisierung der Haltestelle Imsterberg gearbeitet. Der Bahnsteig wurde teilweise verlegt und in seiner Höhenlage so ausgeführt, dass nun alle Züge barrierefrei erreichbar sind. Gibt es eine kurze Wartezeit am Bahnsteig, so bietet ein neues Wartehäuschen Schutz vor Wind und Wetter.

Modernisierung der Bahntechnik

Auch wenn es die Bahnkunden nicht gleich bemerken, ein guter Teil der Bauarbeiten war unter anderem die Modernisierung der Bahntechnik vor Ort. Besondere Herausforderung war beim Umbau der Haltestelle Imsterberg, dass alle Arbeiten „unter dem rollenden Rad“ stattgefunden haben.

Arbeiten während laufendem Zugbetrieb

Viele Arbeiten konnten nur in den Pausen zwischen den Zugfahrten sowie in der Nacht ausgeführt werden. Das heißt, in Zeitfenstern von je zehn bis 15 Minuten waren Arbeiter und Maschinen im Gleisbereich tätig. Aufgrund der Umbauarbeiten ist in den vergangenen eineinhalb Jahren jedoch kein Zug ausgefallen.

Eine Ära geht zu Ende

Mit Abschluss der Arbeiten in Imsterberg geht Ende November gleichzeitig eine Ära zu Ende. Nach 15 Jahren Dienst verlässt Kollege Stefan Melmer als letzter Schrankenwärter auf der Westbahn zwischen Wien und Bregenz seinen Dienstposten in Imsterberg. Durch den Umbau in Imsterberg werden auch die letzten händisch zu öffnenden und schließenden Schranken auf der Weststrecke ersetzt und vom Fahrdienstleiter in Imst-Pitztal überwacht. Damit konnte die Anzahl der Eisenbahnkreuzungen von vier auf drei reduziert, sowie das Schließen und Öffnen der Schranken automatisiert werden

Kundennutzen steht im Vordergrund

Der Schranken in Imsterberg funktioniert jetzt mit optimierten Sperrzeiten. Das heißt, er öffnet und schließt exakt so, dass die Wartezeiten für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer auf das absolut notwendige Minimum reduziert werden

Zahlen, Daten, Fakten zu den ÖBB-Bauarbeiten in Imsterberg

  • Neubau Bahnsteig
  • Ausrüstung der Haltestelle mit optischen und akustischen Informationsanlagen und Beleuchtung
  • Neubau der Blocksignale (vier Signale) Abtrag der alten Anlage (vier Signale)
  • Neubau von drei Eisenbahnkreuzungssicherungsanlagen inkl. Auflassung einer Eisenbahnkreuzung
  • Alle Eisenbahnkreuzungen sind jetzt mit Lichtzeichen und Schranken gesichert
  • Zwei Schrankenantriebe je Eisenbahnkreuzung
  • Vier Lichtzeichen je Eisenbahnkreuzung
  • Ausrüstung mit elektronischen Läutewerk
  • Aufbau von zwei neuen EK-Schalthäusern und einem SFE-Schalthaus (Schalthaus für die Fachdienste Leit- und Sicherungstechnik, ET-50Hz sowie Telematik)
  • Verlegung von rund 30.600 m Kabel
  • Umbau des Stellwerks im Bahnhof Imst-Pitztal
  • Ziel: Entfall des Block- und Schrankenwärters. Automatisiertes Schließen der EKs führt zu optimierten Sperrzeiten der EKs.
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