Projekt Weiße Schienen - ÖBB
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Bus & Bahn

Projekt Weiße Schienen

Die nächste Hitzewelle rollt auf Österreich zu. Auch unsere Bahnstrecken leiden unter den stetig steigenden Temperaturen. Gleise können verwerfen, so dass Züge nicht mehr uneingeschränkt fahren können. Mitarbeiter der ÖBB-Infrastruktur haben sich dazu etwas überlegt.

Die Bahngleise vom Bahnhof Bludenz bis zum ehemaligen Bahnhof Wald am Arlberg erstrahlen in sattem Weiß. Hier wird seit Mitte Juli auf einer Länge von ca. 5 Kilometer getestet, inwieweit sich die Temperatur der Stahlschienen damit senken lässt, um Gleisverdrückungen vorzubeugen. Erste Messungen zeigen, dass die weiße Farbe die Temperatur der Stahlschiene um 5 bis 8 Grad senkt.

Wie es dazu kam

Unser Kollege Jürgen Neumayr liebt das Motorrad fahren. Unterwegs in Südtirol und Italien entdeckt er eines Tages weiß angemalte Bahngleise. Schon bald stellt sich heraus, was es mit den weißen Schienen auf sich hat. Da die hohen Temperaturen in den Sommermonaten auch unseren Bahnstrecken zu schaffen machen, hat er nach Möglichkeiten gesucht, um die Schienen weiß zu färben.

Erste Versuche fanden mit Pinsel und Farbeimer statt, offensichtlich weniger erfolgreich. In der Zwischenzeit hat Jürgen Neumayr gemeinsam mit der Lehrwerkstatt Feldkirch an der Konstruktion eines Fahrzeugs gearbeitet. Nach zweijähriger Entwicklungs- und Produktionszeit fand Anfang Juli die erste Ausfahrt mit dem umgebauten, mit einem Sprühgerät ausgestatteten, Oberbauwagen statt, welcher von einer Bahnbaumaschine mit ca. 3 km/h geschoben wurde.

Sicher und sauber

Die Sprühvorrichtung ist direkt vom Fahrzeug aus höhenverstellbar. Damit kann die Sprühgenauigkeit eingestellt werden und die Farbe gelangt treffsicher auf beide Seiten der Schiene und nicht ins Schotterbett. Bei der Farbauswahl wurde auf die Umweltverträglichkeit geachtet. Die Farbe ist zudem schnell trocknend und kann ohne Vorbehandlung aufgetragen werden. Das gesamte Sprühgerät mit all seinen Komponenten funktioniert außerdem nur mit Luft.

Testbetrieb

Jetzt wird untersucht, ob sich die Schienen in der Praxis tatsächlich weniger stark verformen. Dazu werden Messungen mit Schienenhaftthermometern durchgeführt. Bewährt sich diese Methode, werden weitere Streckenabschnitte in ganz Österreich weiß gestrichen.

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