Max bei den ÖBB

Nicht ohne meine Eisenbahn

Manche Berufswege winden sich, führen mitunter ins Ungewisse und zu unerwarteten Orten und Projekten. Bei Max Kiegerl war das anders. Seine Laufbahn stand seit Kindheitstagen felsenfest: Max wollte Lokführer werden.

Max Kiegerl war immer schon Bahn-Fan. Vielleicht, weil die Geschichten seines Vaters aus der Werkstatt bei den Technischen Services so spannend waren. Oder weil er als Kind bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit dem Zug gefahren ist. Max wollte zur Bahn – das war mit fünf so, mit 15, als er in der Lehrwerkstätte begann, und das ist auch heute noch so, mit 22 und nach sieben Jahren bei den ÖBB.

„Für mich hat es nie etwas anderes gegeben“, sagt Max. Dreieinhalb Jahre hat die Lehre gedauert, danach musste Max sich etwas gedulden. Ein halbes Jahr Bundesheer später ging es aber direkt zurück zu den ÖBB. Insgesamt ein Jahr dauerte die Ausbildung zum Lokführer, bei der sich Max vieles an theoretischem Wissen aneignen musste, aber auch schon selbst fahren durfte. „Es war natürlich immer ein Lehrlokfüher mit dabei, der mir alles beigebracht hat, was man im Führerstand wissen muss“, sagt er.


Max bei einem seiner ersten Bahn-Ausflüge mit seinem Papa im Führerstand.
(2001)

Ein Leben für die Bahn

Natürlich lebt einer wie Max auch privat für die Bahn. In seiner Freizeit fotografiert er Züge in ganz Österreich und die Modelleisenbahn bekommt stetig Zuwachs. Draußen auf der Strecke ist er kreuz und quer durch die Steiermark unterwegs. Von Graz nach Mürzzuschlag, Fehring, Straß-Spielfeld, Knittelfeld oder ins Selzthal. Und weil er neben der Verantwortung vor allem auch die tolle Aussicht an seinem Beruf so mag, ist ihm die Semmering-Strecke am liebsten.

Der Kreis schließt sich

Besonders schön ist es für ihn auch, dass er den Traum seines Vaters ein Stück weit leben kann. Der wollte nämlich 1992 Lokführer werden. Leider gab es damals gerade einen Aufnahmestopp. Heute ist eher das Gegenteil der Fall: Max wird die kommenden Monate in Mürzzuschlag eingesetzt, weil die LokführerInnen hier gerade Verstärkung brauchen.

„Ich möchte auf jeden Fall Lokführer bleiben“, meint Max, „so lange wie möglich.“


Beim Besuch in einem Eisenbahnmuseum im Führerstand seines Lieblingstriebwagens
der Reihe 4010, der leider nicht mehr in Betrieb ist. (2018)

 

Zitate

„Mir gefällt die Kollegialität bei uns. Wir kommen gut miteinander aus und helfen uns jederzeit.“

 

„Ich bin Lokführer aus Leidenschaft und hab’ mir mit diesem Beruf einen Kindheitstraum erfüllt.“

 

Traumberuf Lokführer – ein Aufruf

„Der Beruf Triebfahrzeugführer ist schön und abwechslungsreich. Auf der Lok ist man sein eigener Chef und trägt viel Verantwortung. Die Kollegialität in diesem Beruf ist unbeschreiblich. Egal wo Hilfe benötigt wird und egal wo man hinkommt, wird einem geholfen. Man wird überall herzlich aufgenommen, auch wenn man sich noch nicht kennt. Und dazu sind die Ausblicke, die man beim Fahren im Führerstand hat, herrlich und entspannend. Die wunderbare Natur rund um einen herum kann man in keinem anderen Job so genießen und wahrnehmen. All das sind Gründe, warum Triebfahrzeugführer mein Traumberuf ist.“

Kennen auch Sie jemanden, der schon immer davon geträumt hat, Lokführer zu werden? Dann empfehlen Sie uns und sichern sich noch dazu eine Prämie. Die ÖBB haben die Aktion “MitarbeiterInnen werben TriebfahrzeugführerInnen” gestartet.


Stationen/Ausbildung

  • September 2011 bis Februar 2015
    Lehre zum Anlagen- und Betriebstechniker in der ÖBB Lehrwerkstatt Graz
  • März 2015 bis September 2015
    Zusatzlehrberuf Eisenbahntransporttechniker im ÖBB Bildungszentrum Wörth
  • Oktober 2015 bis April 2016
    Bundesheer
  • Mai 2016
    Fastlokführer in Graz (Verschub in Produktionsstandort)
  • Juni 2016 bis September 2016
    Theoretische Ausbildung zum Streckenlokführer im ÖBB Bildungszentrum Wörth
  • September 2016
    Theoretische Prüfung zum Streckenlokführer in Wörth
  • Oktober 2016 bis Jänner 2017
    Praktische Ausbildung zum Streckenlokführer in Graz
  • Jänner 2017
    Praktische Prüfung zum Streckenlokführer in Graz
  • Jänner 2017 bis bis Mai 2017
    Verschubzeit (Fahren im Verschub am Verschiebebahnhof Graz)
  • Mai 2017 bis August 2017
    Strecken- und Typenschulungen
  • Seit August 2017
    fertig ausgebildeter Lokführer und unterwegs auf allen Strecken der Streckenschulung mit allen Loks und Triebwagen der Typenschulung

Typenkenntnisse

  • Typenkenntnisse Loks: 10/1116 „Taurus“ (Prüfungslok), 1142, 1144, 1063, 2016 „Hercules“, 2068
  • Typenkenntnisse Triebwagen: 4023/24, 4744/46, 5022, 5081 (Nostalgiefahrzeug)
  • Typenkenntnisse Steuerwagen: 8073

Zusatzausbildungen

Eisenbahnaufsichtsorgan, Zugleitbetrieb und in Zukunft weitere Nostalgiefahrzeuge

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