Postbus testet Postbusshuttle - ÖBB
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Postbus testet Postbusshuttle

Ein neues Pilotprojekt könnte dem Nah- und Überlandverkehr in Österreich ganz neue Impulse geben: Postbus testet ein Shuttle-Service für den ländlichen Raum.

Am Land leben ohne eigenes Auto kann zur Herausforderung werden. Der Bus ist oft das einzige öffentliche Verkehrsangebot, Taxis sind teuer. Zu Fuß sind Geschäfte, der Bahnhof oder der Arzt schwer erreichbar, vor allem für ältere Menschen, aber auch für Familien mit Kindern.

„Im ländlichen Raum haben wir derzeit eine Versorgungslücke im öffentlichen Verkehr. Die Linienbusse fahren häufig in großen Intervallen und abends meist gar nicht mehr. Das führt dazu, dass die Autokäufe am Land nicht zurückgehen, weil zu wenig öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen“, umreißt ÖBB Postbus-Geschäftsführerin Silvia Kaupa-Götzl die aktuelle Situation. Grund genug für die ÖBB, sich zu überlegen, wie diese Lücke zu schließen ist. Das Ergebnis: ein leistbarer Shuttle-Dienst, der genau dort verfügbar ist, wo der Bedarf am größten ist.

Impuls für die Zukunft

Mit dem Projekt „Postbus-Shuttle“ setzt Postbus einen wichtigen Impuls für die Zukunft der Mobilität im ländlichen Raum – dem sogenannten „Mikro-Öffentlichen-Verkehr“ (Mikro-ÖV). Denn das Postbus-Shuttle macht Menschen am Land mobil – dort, wo es an öffentlicher Verkehrsanbindung fehlt. Ein Postbus-Shuttle ist ein Kleinbus mit 8-9 Sitzen. „Wenn etwa Jugendliche abends Kino nach Hause fahren möchten, ohne länger auf einen Linienbus warten zu müssen (wenn dieser noch fährt), oder wenn die Kinder zum Fußballtraining müssen, und der Linienbus nicht direkt zum Fußballplatz fährt, können sie diese flexiblen Kleinbusse per App oder telefonisch anfordern und nützen. Und das zu deutlich günstigeren Preisen als etwa Taxis“, erklärt Silvia Kaupa-Götzl. „Wir wollen das Angebot im Preissegment Öffentlicher Verkehr ansiedeln – und immer in das bestehende Mobilitätskonzept bzw. wenn möglich in den bestehenden Verkehrsverbund integrieren.“

Mobilität auf Abruf

Zwei Monate lang wurde das neuartige Angebot bereits in Kärnten getestet. Zwei Postbus-Shuttles waren im August und September für jeweils bis zu acht Fahrgäste um den Klopeiner See unterwegs. Auf Bestellung brachten sie Fahrgäste zur gewünschten Haltestelle, z.B. zu einem beliebten Ausflugsziel oder zum Bahnhof – und zwar auf Abruf, genau dann, wenn sie das wollten. Erwachsene zahlten pro Fahrt nur 2 Euro und konnten sogar noch ein Kind kostenlos mitnehmen.
„Trotz kurzer Vorbereitungszeit und relativ wenig Werbung ist das Angebot sehr gut angenommen worden,“ sagt die Postbus-Chefin. „In Kärnten lag der Fokus auf touristischen Zielen, beim kommenden 3-monatigen Testlauf in Vorarlberg ab Mitte November soll das Angebot ganz genau auf die Bewohnerinnen und Bewohner der Region zugeschnitten werden.“

Flexibel und bedarfsorientiert

Die Postbus-Shuttles können bis spätestens 30 Minuten vor der gewünschten Fahrt gebucht werden, und zwar über eine kostenlose App oder per Telefon, E-Mail sowie direkt beim Tourismusbüro oder bei angeschlossenen Partnerbetrieben.
Weil der Shuttlebus nur bei Bedarf fährt, waren keine leeren Busse unterwegs. Und im Gegensatz zu herkömmlichen Sammeltaxis werden Fahrtwünsche mithilfe einer intelligenten Software gezielt gebündelt – so können die Shuttles optimal genutzt und unnötige Umweltbelastungen vermieden werden.
Das ist auch Postbus-Geschäftsführerin Silvia Kaupa-Götzl besonders wichtig – und sie hebt hervor, dass keine bestehenden Buslinien „kannibalisiert“ werden sollen. „Und wir werden dafür ausschließlich Personal mit gewohnter Postbus-Qualität einsetzen“, betont die Postbus-Chefin.
Ziel ist es, das Konzept regional zu etablieren. „Wo Linienbusse zu groß oder unflexibel sind, könnten wir mit den Postbus-Shuttles die passende Lösung für den ländlichen Raum bzw. auch für die letzte Meile bieten.“

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