Trainees beim “Tunnelblick”

Tief in den Berg ging es für uns an diesem einmaligen Tag. Unser 3. ExpertInnentag führte uns in das Grenzgebiet zwischen Niederösterreich und der Steiermark, zum geschichtsträchtigen Semmering und der dort gelegenen Semmering-Bergstrecke.

Zur Geschichte: Diese berühmte, architektonisch schöne Strecke wurde zwischen 1848 und 1853 unter der Federführung von Ingenieur Carl von Ghega erbaut und ist seither das wichtigste Bindeglied auf der Südbahn zwischen den zwei größten Städten Österreichs.

Eine moderne Alternative

So schön die Strecke sein mag und so einzigartig die Fahrt mit dem Zug ist, sie stellt für Züge leider immer schon eine große Herausforderung dar. So wird eine zeitgemäße schnelle Verbindung erschwert. Durch die vielen Kurven geht einiges an Geschwindigkeit und Zeit verloren und Güterzüge brauchen meist zwei Lokomotiven, um genug Kraft für die hohe Steigung der Strecke aufbringen zu können. Darum hat man schon lange mit einer alternativen Route geliebäugelt. Die Überlegung dabei: Direkt durch das Gebirge einen Tunnel graben, um eine geradere und vor allem auch flachere Strecke zu schaffen. Daraus entstanden ist eines der aktuell größten Bauprojekte Europas mit dem Namen “Semmering Basistunnel”.

Und genau dieses 27,3 km lange Tunnelprojekt war das Ziel unseres 3. ExpertInnentages. Hierbei war die erste Station die Infobox beim Bahnhof Mürzzuschlag. Dort bekamen wir zunächst im Rahmen einer persönlichen Führung einen Überblick über das gesamte Projekt und dessen verschiedene Baulose.

Im Herz des Berges

Eines dieser Lose war anschließend unser nächstes Ziel: Der Fröschnitz Graben mit seinem 400 m tiefen Schacht. Diesen konnten wir nach einer Sicherheitseinweisung betreten und begaben uns so unter Schutz der heiligen Barbara in die Tiefen des Berges. Nach einer Führung durch das Labyrinth der vielen kleineren Tunnel für die zukünftige Nothaltestelle, erreichten wir schlussendlich das Highlight dieses Tages: Die Tunnelbohrmaschine. Die Maschine wurde vor ein paar Wochen fertig zusammengebaut und gräbt sich nun in Richtung Gloggnitz weiter. Dabei durften wir uns bis in den „Führerstand“ vorwagen und bekamen so eine wahrlich einzigartige Sicht auf das Bauprojekt.

Wohin mit dem Bauschutt?

Nach diesem Abenteuer stand noch ein letzter Punkt auf unserer Agenda: Die Deponie Longsgraben. Diese wurde extra für das Bauprojekt erschaffen um einen großen Teil des Schutts, der bei den Arbeiten aus dem Berg kommt, dauerhaft zu lagern. Man glaubt ja nicht, welche Mengen an Erde und Schutt bei so einem Jahrhundertprojekt bewegt werden. Dabei wird großer Wert auf Umwelt und Nachhaltigkeit gelegt, so dass z.B. ein kleiner Bach eigens umgeleitet wurde. Ebenso wird jegliches Sickerwasser nicht nur gereinigt bevor es in den Bach kommt, sondern auch richtig temperiert. Alles zum Wohle der Lebewesen in diesem empfindlichen Ökosystem.

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