Wasserkraft und Elektrizität - ÖBB
Alernative Text

Menschen / Trainees für Mobilität

Wasserkraft und Elektrizität

Lange wird uns diese Exkursionswoche wohl noch in Erinnerung bleiben. Denn wir bekamen nicht nur einen unvergesslichen Einblick in einen der weniger bekannten Geschäftsbereiche der ÖBB. Wir bekamen auch die Möglichkeit uns persönlich enorm weiterzuentwickeln und erfuhren im Zuge dessen viel über uns selbst, über unsere Ziele und unsere Werte.

Eine Reise nach Tirol

Doch beginnen wir zuerst am Anfang dieser außergewöhnlichen Reise. Diese begann am Wiener Hauptbahnhof in einem Railjet mit dem Ziel Innsbruck. In der Tiroler Landeshauptstadt befand sich nach unserer längeren Anreise der erste Programmpunkt. Dort, im imposanten Gebäude der ehemaligen Bundesbahn-Landesdirektion, befindet sich ein Teil des Geschäftsbereichs Bahnsysteme. Die MitarbeiterInnen dieses Bereichs sind für ein unentbehrliches Fundament des modernen Zugbetriebs zuständig: Die Stromversorgung. Tausende Kilometer Leitung durchziehen Österreich um alle Züge und Anlagen mit speziellem Bahnstrom (110 kV, 16,7 Hz) versorgen zu können. Dieses Netz wird kontinuierlich überwacht und gesteuert durch die Energieleitstelle in Innsbruck, welche wir im Betrieb erleben durften.

Eine Reise auf den Berg

Der Strom selbst wird seit kurzem zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen bezogen. Dies geschieht teilweise über Umformer bzw. Umrichter aus dem öffentlichen Netz. Zu einem großen Teil jedoch, erzeugen die ÖBB den Bahnstrom selbst mit eigenen Kraftwerken. Eines dieser Kraftwerke befindet sich im malerischen vorarlbergischen Kolstertal am Spullersee. Dieses war, nach einer Fahrt mit dem Railjet durch den historischen Arlbergtunnel, unsere nächste Station.

Demut erweckend war dabei der Anblick der Druckrohrleitungen, die vom Kraftwerk am Fuß des Berges geradlinig hunderte Meter bis fast zur Spitze hinaufführen. Am oberen Endpunkt verschwinden diese anschließend in einen über 2 km langen Schacht, der die Verbindung zum Spullersee als natürlichen Wasserspeicher herstellt. Und genau diesen Schacht durften wir ausnahmsweise durchqueren.

Doch zuerst mussten wir natürlich irgendwie den Berg hinaufkommen. Glücklicherweise gibt es zu diesem Zweck eine eigene Betriebsseilbahn. Knappe 15 Minuten ist man dabei in einer kleinen Gondel für 7 Personen unterwegs. Während es in luftiger Höhe über die Baumgrenze hinaufgeht, kann man den wunderschönen Ausblick genießen. Oben angekommen, wagten wir uns schlussendlich in den kilometerlangen Schacht zum Spullersee. Wahrlich ein Abenteuer, denn man merkte, dass der Tunnel nicht vorrangig zum Begehen konstruiert wurde. Viel Raum zum Bewegen gab es nicht und so mancher musste kollisionsvermeidend den Kopf einziehen. Am Ende erwarteten uns gar noch ein 25m Schacht, den wir hochklettern mussten.

Unsere Strapazen wurden aber schlussendlich belohnt und wir erreichten den schönen Spullersee. Dieser wurde durch zwei Talsperren von Beginn an künstlich erweitert um die Wassermenge und so das Energiepotential zu erhöhen. Die südliche dieser zwei Sperren durften wir als Abschluss des Tages aus einer ganz besonderen Perspektive betrachten: Aus dem Inneren. Fast zur Gänze konnten wir das innere Stollensystem begehen. Bis zum Auslass an der untersten Stelle, der nur im Notfall und zu Testzwecken geöffnet wird.

Eine Reise zu sich selbst

Damit war der erste Teil dieser Exkursionswoche beendet und es folgten zwei Tage, die wir wohl für einige Zeit nicht vergessen werden. Denn wir absolvierten ein außergewöhnliches Seminar, bei dem wir stark herausgefordert wurden und uns dementsprechend persönlich weiterentwickelt haben. So fanden z.B. ein großer Teil unserer Übungen und Aufgaben im Freien statt mit dem Ziel uns aktiver in das Programm einzubinden. Ohne Zweifel wurde dieses Ziel erreicht.

So galt es z.B. in einem längeren Prozess ein Ziel für sich zu definieren, was sich einfacher anhört als es sich zu Ende herausgestellt hat. Dabei zum Einsatz kam eine kleine Wanderung durch das angrenzende Gebiet um ein ansprechendes Symbol für sich zu finden. Dieses Symbol konnte dabei jede beliebige Form einnehmen. Ob materiell oder immateriell war einem selbst überlassen. Schlussendlich wurde dieses Symbol dann benutzt um als Grundlage für die Zieldefinierung zu dienen. Weiters haben wir auch gelernt was der Begriff Resilienz bedeutet und wie wir uns in diese Richtung weiterentwickeln können. Die 7 Säulen dieses Konzepts wurden ausführlich erläutert und es wurden Methoden bereitgestellt um diese auch umsetzen zu können. Außerdem erforschten wir in Gruppen auch unsere Werte, die uns definieren und ausmachen. Hierbei war es faszinierend Überschneidungen zwischen den Personen zu beobachten bzw. daraus zu lernen wie Beziehungen und Freundschaften von Werte geprägt und beeinflusst werden.

Schlussendlich waren diese zwei Seminar-Tage wohl für alle enorm lehrreich, denn es eröffnete uns eine Sichtweise, die viele von uns zuvor nicht bewusst war. Mit Sicherheit kann man sagen, dass uns das Gelernte noch lange in unserem Berufsleben unterstützen und weiterbringen wird. Aber nicht nur für die Karriere, auch für das Privatleben waren sehr viele Lektionen dabei. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an unsere zwei Trainerinnen für dieses einzigartige Seminar!

Weitere Beiträge zu diesem Thema