Interview

Wie man in den Wald hineinruft…

Adela Colovic arbeitet seit Jänner 2016 als Verschieberin am Bahnhof Hall in Tirol. Im Interview mit uns zieht sie die erste Zwischenbilanz.

UNSEREÖBB: Was haben Sie vor dem Einstieg in unser Unternehmen gemacht?

ADELA COLOVIC: Ich bin 28 Jahre alt und wohne seit drei Jahren in Österreich. Ursprünglich komme ich aus Serbien. Vor meinem ÖBB-Eintritt, am 5. Jänner 2016, arbeitete ich bei einer Gebäudereinigungsfirma und in der Gastronomie.

UNSEREÖBB: Warum haben Sie sich bei den ÖBB beworben und was ist bei uns anders?

COLOVIC: Meine Lebenspartnerin ist schon länger als Verschieberin am Bahnhof Hall in Tirol tätig. Sie hat mich dazu animiert, mich bei den ÖBB zu bewerben, und ich habe es nicht bereut. Was bei den ÖBB anders ist? Ich arbeite im Freien, was doch ein großer Unterschied ist im Vergleich zu meinem früheren Job in einer Hotelküche. Das war für mich eine neue Erfahrung, schnell habe ich gemerkt, wie toll das ist. Ich würde nicht mehr tauschen wollen.

UNSEREÖBB: Was sind Ihre Aufgaben?

COLOVIC: Nach dem Aufnahmetest und der eignungspsychologischen Untersuchung absolvierte ich eine zweimonatige Einschulung. Jetzt bin ich ausgebildete Verschieberin, arbeite in einem vierköpfigen Team und darf pro Schicht an rund 30 Zugbildungen mitarbeiten. Das heißt sieben Kilo schwere Hemmschuhe legen, Waggons mit einer 15-Kilogramm-Kupplung verbinden oder Handbremsen bedienen. Dabei lege ich pro Schicht schon mal sieben bis zehn Kilometer zurück.

UNSEREÖBB: Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit?

COLOVIC: Dass ich im Freien arbeite und die netten Kollegen, die mich als Frau voll akzeptieren. Zudem bietet der Job sehr viel Abwechslung. Klar ist, dass ich hoch  konzentriert arbeiten muss. Wie sagt man so schön: Dieser Job ist kein „Kindergeburtstag“.


Sieben Kilo schwere Hemmschuhe gehören ebenfalls zum Arbeitswerk-zeug von Adela Colovic. Foto: (c) ÖBB/ Norz

UNSEREÖBB: Muss man sich als Frau in einem männerdominierten Beruf stärker beweisen?

COLOVIC: Ich denke nicht. Wobei schon klar ist, dass ich die gleiche Arbeit machen muss wie meine männlichen Kollegen. Und das finde ich auch gut so. Schließlich habe ich mir die Arbeit selbst ausgesucht und wusste, was auf mich zukommt.

UNSEREÖBB: Wie sind Sie bei den ÖBB aufgenommen worden?

COLOVIC: Freundlich und durchaus respektvoll. Ich war gleich eine von ihnen und das macht mich stolz. Klar muss ich meine Leistung erbringen. Ich bin unkompliziert und durchaus auch für Späße zu haben. Im Leben ist es eigentlich immer so: Wie man in den Wald hineinruft, so kommt es zurück. Was ich aber unbedingt sagen möchte: Das Unternehmen ÖBB und mein Job sind echt cool. Das finden übrigens auch meine Freunde.

UNSEREÖBB: Abschließend noch eine private Frage: Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

COLOVIC: Spezielle Hobbys habe ich nicht. Ich genieße meine Freizeit, gehe gerne mit unserem Hund spazieren und spiele gerne Gameboy.

 

(Romed Norz, Cathrine Liebl)

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